Ummeldung & Behörden
Wohnsitz ummelden: Was du beim Einwohnermeldeamt brauchst
Ein neuer Wohnsitz bedeutet einen Gang zum Amt. Mit den richtigen Unterlagen ist der Termin schnell erledigt. Hier erfährst du genau, was du mitbringen musst und worauf du achten solltest.

Wenn du deinen Wohnsitz ummelden musst, führt der Weg zum Einwohnermeldeamt – auch Bürgeramt oder Bürgerbüro genannt. Die Anmeldung des Wohnsitzes ist in Deutschland Pflicht und im Bundesmeldegesetz geregelt. Wer gut vorbereitet zum Termin kommt, hat die Sache in wenigen Minuten hinter sich. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Unterlagen zwingend nötig sind, wie die Wohnungsgeberbestätigung aussehen muss und wie der Ablauf vor Ort funktioniert. So sparst du dir überflüssige Wege und einen zweiten Termin.
Die Meldepflicht gilt für jeden, der eine Wohnung bezieht – unabhängig davon, ob du zur Miete wohnst oder Eigentum bezogen hast. Auch der Umzug innerhalb derselben Stadt zählt als Wohnsitzwechsel und muss gemeldet werden. Wichtig ist, dass du den Termin rechtzeitig wahrnimmst, denn für die Anmeldung gilt eine Frist von zwei Wochen ab dem Einzug. Die folgenden Abschnitte zeigen dir, was du wo und wie erledigst.
Wo du den Wohnsitz ummelden kannst
Deinen Wohnsitz ummelden kannst du ausschließlich beim Meldeamt der Gemeinde, in die du gezogen bist. Nicht das alte, sondern das neue Bürgeramt ist zuständig. Ziehst du innerhalb Deutschlands um, brauchst du dich am alten Ort nicht abzumelden – die Kommunen tauschen die Daten automatisch aus. Nur bei einem Wegzug ins Ausland oder der Aufgabe einer Nebenwohnung ist eine gesonderte Abmeldung erforderlich.
In vielen Städten läuft die Terminvergabe online. Ohne Termin musst du oft mit langen Wartezeiten rechnen, gerade in Ballungsräumen, wo Wartende schon vor Öffnung Schlange stehen. Buche deshalb möglichst früh, idealerweise noch vor dem Einzug. Prüfe auf der Website deiner Stadt, ob das Amt Termine mehrere Wochen im Voraus vergibt. Manche Kommunen halten kurzfristige Restkontingente bereit, die morgens online freigeschaltet werden. Wer flexibel ist, findet häufig noch am selben Tag einen freien Slot, wenn andere Bürger ihren Termin absagen. Ein regelmäßiger Blick ins Onlineportal lohnt sich daher, gerade wenn deine Frist bereits knapp wird.
Personalausweis oder Reisepass jeder anzumeldenden Person mitbringen.
Die Bestätigung des Vermieters ist zwingend nötig.
Der eigentliche Termin dauert bei vollständigen Unterlagen kaum länger.
Diese Unterlagen brauchst du
Wer den Wohnsitz ummelden will, sollte die Unterlagen vollständig und im Original mitbringen. Kopien akzeptieren die meisten Ämter nicht. Fehlt ein Dokument, wird der Vorgang abgebrochen und du musst erneut kommen. Die folgende Übersicht fasst zusammen, welche Dokumente du für welche Situation benötigst.
| Dokument | Wofür | Notwendig für |
|---|---|---|
| Personalausweis / Reisepass | Identität, wird aktualisiert | Alle Personen |
| Wohnungsgeberbestätigung | Einzugsnachweis | Alle |
| Meldeschein / Anmeldeformular | Datenaufnahme | Alle |
| Heiratsurkunde | Nachweis bei Namensänderung | Verheiratete |
| Geburtsurkunde des Kindes | Anmeldung minderjähriger Kinder | Familien |
Reisepässe müssen zwar nicht zwingend aktualisiert werden, dienen aber als Identitätsnachweis. Der Adressaufkleber wird nur auf dem Personalausweis geändert. Bringst du Kinder mit, reicht in der Regel deren Geburtsurkunde; ein eigener Ausweis ist bei kleinen Kindern nicht nötig. Hast du mehrere Ausweisdokumente, nimm sie sicherheitshalber alle mit, damit die Adresse überall einheitlich ist. Auch abgelaufene Ausweise solltest du mitbringen, falls das Amt sie zur Prüfung heranzieht oder du bei dieser Gelegenheit gleich ein neues Dokument beantragen möchtest.
Wenn du eine andere Person mit der Anmeldung beauftragst, braucht sie zusätzlich eine schriftliche Vollmacht und deine Originaldokumente. Der Meldeschein muss dann von dir bereits ausgefüllt und unterschrieben sein. Ohne diese Papiere kann die Vertretung die Ummeldung nicht durchführen. Kläre solche Sonderfälle am besten vorab telefonisch mit dem Amt.
Die Wohnungsgeberbestätigung
Das wichtigste Dokument beim Wohnsitz ummelden ist die Wohnungsgeberbestätigung. Seit der Reform des Meldegesetzes muss dein Vermieter dir schriftlich bestätigen, dass du in die Wohnung eingezogen bist. Diese Pflicht dient dazu, Scheinanmeldungen zu verhindern. Ohne die Bestätigung kann das Amt deinen Wohnsitz nicht eintragen – sie ist also unverzichtbar.
Die Bestätigung muss folgende Angaben enthalten: Name und Anschrift des Wohnungsgebers, die Art des Meldevorgangs (Einzug), das Einzugsdatum, die vollständige Anschrift der Wohnung sowie die Namen aller einziehenden Personen. Der Vermieter ist verpflichtet, sie dir innerhalb von zwei Wochen auszustellen. Wohnst du in Wohneigentum, bestätigst du den Einzug selbst. Kommt der Vermieter seiner Pflicht nicht nach, kann das Amt gegen ihn ein Bußgeld verhängen; im Zweifel berät dich die Verbraucherzentrale über deine Rechte.
Wohnsitz ummelden: So läuft der Termin ab
Am Tag des Termins erscheinst du persönlich beim Einwohnermeldeamt. Du legst deine Unterlagen vor, die Sachbearbeitung prüft sie und nimmt deine neue Adresse ins Melderegister auf. Anschließend erhält dein Personalausweis einen neuen Adressaufkleber auf der Rückseite. Der gesamte Vorgang dauert meist nur zehn bis fünfzehn Minuten, sofern alle Papiere vollständig sind. Danach ist deine Meldepflicht erfüllt.
Für Ehepartner und Kinder, die mit dir zusammenziehen, kannst du die Anmeldung gemeinsam erledigen. Volljährige Mitziehende müssen den Meldeschein allerdings selbst unterschreiben oder dir eine Vollmacht erteilen. Auf Wunsch stellt das Amt gegen eine kleine Gebühr eine Meldebescheinigung aus, die du zum Beispiel für Banken oder Arbeitgeber brauchen kannst. Bewahre diese Bescheinigung gut auf, da sie als offizieller Nachweis deiner Adresse dient.
Nach dem Termin ist der behördliche Teil abgeschlossen, aber der Umzug noch nicht ganz erledigt. Denke daran, weitere Stellen wie Kfz-Zulassung, Banken, Versicherungen und Arbeitgeber über die neue Adresse zu informieren. Ein Nachsendeauftrag bei der Post sorgt dafür, dass in der Übergangszeit keine wichtige Post verloren geht.
Ein häufiger Stolperstein ist die Vollständigkeit der Adresse. Achte darauf, dass die Wohnungsgeberbestätigung exakt dieselbe Schreibweise von Straße, Hausnummer und Ortsteil verwendet wie dein Mietvertrag. Abweichungen führen im Melderegister mitunter zu Verzögerungen. Wohnst du in einem Mehrparteienhaus, kann zusätzlich die Angabe der Wohnungsnummer oder des Stockwerks verlangt werden. Kläre solche Feinheiten am besten schon beim Ausfüllen des Meldescheins, damit der Termin am Ende zügig durchläuft.
Solltest du zwischen zwei Wohnungen pendeln, ist außerdem die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz wichtig. Als Hauptwohnsitz gilt die Wohnung, in der du dich überwiegend aufhältst. Diese Einordnung hat Folgen für Steuern, Wahlrecht und die Zuständigkeit von Ämtern. Bist du dir unsicher, hilft dir das Bürgeramt bei der richtigen Zuordnung weiter. Eine falsche Angabe lässt sich zwar korrigieren, verursacht aber unnötigen Aufwand.
Zum Schluss noch ein Wort zur Barrierefreiheit und zu besonderen Lebenslagen. Kannst du aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich erscheinen, bieten manche Ämter einen Hausbesuch oder eine Vertretungslösung an. Auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es oft barrierefreie Zugänge und reservierte Termine. Erkundige dich telefonisch, welche Möglichkeiten deine Kommune vorsieht. So findest du auch dann einen Weg, deinen Wohnsitz fristgerecht anzumelden, wenn der klassische Behördengang für dich schwierig ist.
Häufige Fragen
Was kostet das Ummelden des Wohnsitzes?
Brauche ich einen Termin?
Was, wenn mein Vermieter die Bestätigung nicht ausstellt?
Kann ich mehrere Wohnsitze anmelden?
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