Ummeldung & Behörden

Nachsendeauftrag einrichten: So verpasst du keine Post

Rechnungen, Behördenbriefe, Bankpost: Nach einem Umzug landet vieles noch an der alten Adresse. Wir zeigen dir, wie du den Nachsendeauftrag einrichtest, was er kostet und worauf du achten solltest.

Briefkasten mit Post und Umzugskartons im Hintergrund
Klare OrientierungEin kompakter Überblick zu Laufzeit, Kosten und Einrichtung deines Nachsendeauftrags nach dem Umzug.

Ein Nachsendeauftrag leitet deine Briefe nach dem Umzug automatisch von der alten an die neue Adresse weiter. So verpasst du keine wichtige Post, während du nach und nach alle Absender über deine neue Anschrift informierst. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Einrichtung funktioniert, was sie kostet und wo die Grenzen liegen.

Warum ein Nachsendeauftrag wichtig ist

Nach einem Umzug denkst du längst nicht an jeden Absender. Versicherungen, Ämter, die Bank, alte Online-Shops oder der Verein – viele haben noch deine alte Adresse gespeichert. Ohne Nachsendeauftrag landet diese Post im Briefkasten der neuen Bewohner oder geht als unzustellbar zurück. Gerade fristgebundene Schreiben wie Mahnungen, Steuerbescheide oder Vertragskündigungen können dann teuer werden.

Der Nachsendeauftrag ist deshalb ein Sicherheitsnetz: Er verschafft dir Zeit, alle Adressen in Ruhe zu aktualisieren, ohne dass in der Zwischenzeit etwas verloren geht.

Besonders in den ersten Wochen nach dem Umzug ist die Gefahr groß, wichtige Post zu verpassen. Der Alltag ist voll mit Kartons, Handwerkern und neuen Wegen – da rutscht die eine oder andere Adressänderung schnell durch. Zieht in deine alte Wohnung kurz nach dir jemand Neues ein, hat diese Person weder Interesse noch Pflicht, deine Briefe aufzubewahren. Ohne Nachsendeauftrag verschwinden solche Sendungen einfach. Ein Steuerbescheid, eine Vertragskündigung mit Frist oder eine Rückzahlung – all das kann so unbemerkt liegen bleiben und dich später Geld oder Nerven kosten.

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Automatische Weiterleitung

Deine Briefe kommen zuverlässig an der neuen Adresse an, ganz ohne dein Zutun.

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Flexible Laufzeit

Du wählst zwischen 6, 12 oder 24 Monaten – verlängerbar bei Bedarf.

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Absender erkennen

Am Weiterleitungsaufkleber siehst du, wen du noch informieren musst.

So richtest du den Nachsendeauftrag ein

Die Einrichtung ist unkompliziert. Du hast drei Wege: online, in einer Filiale oder per Formular. Der Online-Weg ist am bequemsten, weil du den Auftrag rund um die Uhr von zu Hause aus anlegen und direkt bezahlen kannst. In der Filiale hilft dir das Personal beim Ausfüllen, was praktisch ist, wenn du unsicher bist oder keine Online-Zahlung nutzen möchtest. Das klassische Papierformular eignet sich für alle, die lieber schriftlich arbeiten. Am schnellsten geht es über die Website der Deutschen Post. Für die Weiterleitung von Briefen ist die Deutsche Post zuständig; Pakete regelst du separat über den jeweiligen Paketdienst.

Beim Anlegen gibst du die alte und die neue Adresse an, wählst den Starttermin und die Laufzeit und entscheidest, ob der Auftrag für eine Einzelperson, ein Paar oder einen ganzen Haushalt gelten soll. Nach der Bestätigung erhältst du den Auftrag meist innerhalb weniger Werktage aktiviert.

Achte bei der Namensangabe darauf, alle Personen aufzuführen, deren Post weitergeleitet werden soll. Ein Auftrag für eine einzelne Person leitet nur Briefe weiter, die an genau diesen Namen adressiert sind. Zieht eine ganze Familie um, lohnt sich der etwas teurere Haushaltsauftrag, damit auch die Post der Kinder oder des Partners ankommt. Prüfe die eingegebenen Adressen sorgfältig: Ein Zahlendreher in der Postleitzahl kann die Weiterleitung ins Leere laufen lassen. Nach der Einrichtung bekommst du eine Bestätigung, die du bis zum Ende der Laufzeit aufbewahren solltest.

Tipp: Beantrage den Nachsendeauftrag ein paar Tage vor dem eigentlichen Umzug. Die Post braucht einen kleinen Vorlauf, um die Weiterleitung einzurichten. So entsteht keine Lücke am Umzugstag.

Kosten und Laufzeiten im Überblick

Der Nachsendeauftrag ist kostenpflichtig, aber überschaubar. Der Preis richtet sich nach der Laufzeit und danach, ob du für eine Person oder mehrere umziehst. Die folgenden Werte sind Richtwerte für Privatkunden (Stand 2026):

LaufzeitUngefährer Preis (privat)
6 Monateca. 32 Euro
12 Monateca. 42 Euro
24 Monateca. 65 Euro

Die genauen Preise können je nach Anbieter, Aktion und Umfang leicht abweichen. Ein Nachsendeauftrag für einen ganzen Haushalt ist etwas teurer als der für eine Einzelperson. Prüfe vor dem Abschluss immer die aktuelle Preisübersicht auf der offiziellen Seite.

Bei der Wahl der Laufzeit gilt eine einfache Faustregel: Wer diszipliniert alle Absender zeitnah informiert, kommt oft mit sechs Monaten aus. Wer viele Verträge und Kontakte hat oder wenig Zeit, fährt mit zwölf Monaten sicherer. Die 24-Monats-Variante lohnt sich vor allem, wenn du mit Nachzüglern rechnest – etwa jährlichen Abrechnungen, die nur einmal pro Jahr kommen. Ein längerer Zeitraum kostet zwar mehr, kann aber ein vergessenes Schreiben und die daraus folgenden Kosten leicht aufwiegen.

Was der Nachsendeauftrag nicht kann

Ein Nachsendeauftrag ist praktisch, aber kein Ersatz für die eigentliche Adressänderung. Er leitet Post nur weiter – er informiert die Absender nicht über deine neue Anschrift. Läuft der Auftrag aus, kommt die Post wieder an der alten Adresse an, wenn du bis dahin nicht alle Absender aktualisiert hast.

Außerdem werden bestimmte Sendungen nicht oder nur eingeschränkt weitergeleitet, etwa Sendungen mit dem Vermerk „nicht nachsenden“ oder manche Werbesendungen ohne Adressat. Auch behördliche Zustellungen mit Zustellungsurkunde können Sonderregeln unterliegen. Verlass dich deshalb nicht dauerhaft auf die Weiterleitung.

Ein weiterer Punkt betrifft die rechtliche Wirkung von Fristen. Wird ein amtliches Schreiben an deine gemeldete Adresse geschickt, gilt es unter Umständen als zugestellt – selbst wenn es per Nachsendeauftrag erst mit Verzögerung bei dir ankommt. Deshalb ist es so wichtig, deine offizielle Meldeadresse aktuell zu halten und nicht allein auf die Weiterleitung zu vertrauen. Der Nachsendeauftrag hilft dir, nichts zu übersehen, ersetzt aber nicht die korrekte Anmeldung deines neuen Wohnsitzes beim Meldeamt.

Tipp: Nutze jeden weitergeleiteten Brief als Erinnerung. Auf dem gelben Aufkleber steht, dass die Sendung nachgesendet wurde – ein klares Signal, diesen Absender in deine Liste der noch zu ändernden Adressen aufzunehmen.

Adressen aktiv ändern statt nur weiterleiten

Parallel zum Nachsendeauftrag solltest du deine wichtigsten Kontakte selbst über die neue Adresse informieren. So machst du dich unabhängig von der Weiterleitung. Eine kleine Prioritätenliste hilft dir dabei, nichts zu übersehen.

KategorieBeispiele
Behörden & RechtEinwohnermeldeamt, Finanzamt, Kfz-Zulassung
FinanzenBank, Versicherungen, Bausparkasse
VerträgeStrom, Internet, Mobilfunk, Streaming
SonstigesArbeitgeber, Ärzte, Vereine, Online-Shops

Wenn du diese Stellen abgearbeitet hast, brauchst du den Nachsendeauftrag nur noch für Nachzügler. Deine Verbraucherrechte rund um Verträge und Adressdaten kannst du bei Bedarf bei der Verbraucherzentrale nachlesen.

Am effektivsten arbeitest du die Liste in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit ab. Behörden und Finanzen zuerst, denn hier drohen bei veralteten Daten die größten Nachteile. Verträge folgen an zweiter Stelle, weil Anbieter oft per Post mit Kündigungsfristen oder Preisänderungen arbeiten. Kontakte wie Vereine oder Online-Shops kannst du nach und nach nachziehen. Vielen Anbietern kannst du die neue Adresse bequem im Kundenkonto hinterlegen. Hake jeden erledigten Punkt ab, damit du am Ende der Nachsende-Laufzeit sicher sein kannst, dass wirklich alle Absender Bescheid wissen.

Häufige Fragen

Ab wann gilt der Nachsendeauftrag?
Du legst den Starttermin selbst fest. Idealerweise beginnt er am Umzugstag oder ein bis zwei Tage vorher. Beantrage ihn einige Tage im Voraus, damit die Post genug Vorlauf zur Einrichtung hat.
Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern?
Ja. Läuft die gewählte Laufzeit ab, kannst du sie in der Regel verlängern. Kümmere dich rechtzeitig vor dem Ablauf darum, damit keine Post an der alten Adresse hängen bleibt.
Werden auch Pakete nachgesendet?
Der klassische Nachsendeauftrag der Post umfasst Briefe. Für Pakete gelten eigene Regelungen des jeweiligen Paketdienstes, die du separat einrichten oder anpassen musst. Prüfe die Optionen bei deinem Paketdienstleister.
Was passiert nach Ablauf des Auftrags?
Danach wird Post nicht mehr weitergeleitet und geht wieder an die alte Adresse. Nutze die Laufzeit, um alle Absender rechtzeitig auf deine neue Anschrift umzustellen.

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